Freitag, 30. november 2007
Haben wir uns das nicht alle schon mindestens einmal im Leben gefragt? Was wäre, wenn... ich diesen Job doch nicht genommen hätte? Ich statt Bürokaufmann Grafikdesign gelernt hätte? Ich ihn nicht geküsst hätte? ... und und und...

Einen Vergleich finde ist besonders passend: Mit jeder noch so kleinen Tat, öffnen wir eine Tür in die Zukunft und lassen dabei hunderte von anderen Türen verschlossen.

Und wie gerne möchte man durch all die anderen Türen gehen! Sie erscheinen mit einem Mal so verlockend... bestimmt lauern das größte Glück hinter jeder einzelner genau der Türen, für die man sich nicht entschieden hat! Wer weiss, wenn ich nicht angefangen hätte, diesen Blog zu schreiben, wäre ich vielleicht durch die Lotto-Spiel-Tür gegangen und würde jetzt im Zimmer hinter der Glückwunsch-Sie-sind-Millionär-Tür wohnen... Ach ja, das Unbekannte ist immer am verlockensten, nicht wahr?

Darum auch einer der ältesten Menschheitsträume, seit wir uns dem Verstreichen der Zeit wirklich bewusst sind: Eine Zeitmaschine bauen! Einfach so rückwärts durch die Zeit reisen und alles besser machen, was in unseren Leben schief gelaufen ist... nicht nur H. G. Wels hat die Frage nach dem "was wäre, wenn..." damals zu einem großartigen Roman inspiriert, auch in jüngster Zeit wurde der Traum durch den Kinohit "Butterfly Effect" neu entfacht.

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Doch genauso zahlreich wie Filme, Bücher und sonstige Interpretationen zum Thema "Zurück in der Zeit", ist die Vorstellung der Zeit selbst. Einige halten die Zeit für ein weites Meer, in dem alles gleichzeitig existieren kann: würden Sie also ins gestern zurückreisen, könnten Sie sich selbst begegnen, was wiederum zu einem derartigen Schock führen könnte, dass Ihre beiden Selbst auf der Stelle einen Herzinfarkt erleiden. Andere hingegen sehen die Zeit als einen reißenden Fluss, in dem jeder Moment sofort nach seinem Geschehen verloren ist: es gibt keine Vergangenheit (das Phänomen der Vergangenheit sind lediglich weitergegebene Erinnerungen), keine Zukunft (dieses Phänomen wäre demnach nur Wunschdenken), nur die immer weiter führende Gegenwart - und demnach wären auch Zeitreisen vollkommen überflüssig. Und dann gibt es wieder Interpretationen, die die Zeit als einen kleinen Bindfaden sehen, den man sich nach Belieben um den Finger wickeln kann - so kann sich der Zeitreisende hin und her auf den Wegen der Zeit wandeln, einmal als stummer, ungesehener Beobachter, ein anderes mal kann er tatsächlich Einfluss nehmen und Personen (vielleicht sogar sein eigenes, vergangenes Ich) und somit die Zeit an sich beiflussen, was sich wiederum (in den meisten Fällen lehrreich negativ) auf die Gegenwart auswirkt.

Sie sehen also, Zeitreisen sind - nach jeder Auffassung von der Zeit selbst - negativ behaftet... und selbst wenn Sie nicht an göttliche Vorsehung oder das Schicksal glauben, daran, dass das Leben einem bestimmten Pfad folgt, versuchen Sie sich damit zu trösten, dass Sie in jeder "Was wäre, wenn"-Situation ihres Lebens aus einem inneren Impuls heraus nur genau so hätten reagieren können... Es gibt all diese unendlich vielen anderen Türen, aber wir haben in jedem Fall immer nur den Schlüssel für genau eine von ihnen.
von snuuuke
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Donnerstag, 29. november 2007
Überall in unserem täglichen Leben begegnen uns die verschiedensten Gruppen und oft gehören wir auch selbst dazu: schon in frühen Jahren im Kindergarten, in der Schule, später dann am Arbeitsplatz, aber auch auf Parties, einem geselligen Spieleabend oder in Foren, Chats und Communities des World Wide Web. Und seltsamerweise lassen sich sämtliche derartigen Gruppen in immer die gleichen Charaktere unterteilen:

1) Der Anführer
Er ist der charismatischste von allen Gruppenmitgliedern und gibt stets den Ton an: Was getan wird, wie es getan wird, wer etwas tun darf und wer aus der Gruppe gehen muss. Dabei ist keineswegs entscheidend, wie talentiert derjenige ist oder ob er auch außerhalb der Gruppe ein "Anführer", z.B. Abteilungsleiter, ist. Der Anführer wird auch nicht gewählt, sondern bestimmt sich subtil und allein durch seine Ausstrahlung.

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In "Communities" fällt die Rolle des Anführers einfach dem zu, der die Zeit hat, Tag und Nacht im entprechenden Forum zu lauern und sofort den letzten Beitrag zu beantworten. Er hat immer etwas zu sagen, und wenn es nur sinnlose Kommentare oder Beschimpfungen des Schreibers vor ihm sind. Er treibt das Thema voran - hat es meist sogar erstellt - und befehligt alle anderen, es zu schließen, wenn ihm danach ist.

2) Der Beobachter
Dieser Charakter sagt kaum ein Wort und ist auch sonst nicht aktiv am jeweiligen Geschehen beteiligt... wie der Name schon anmerken lässt, beobachtet er einfach nur. Er ist meist kein fester Bestandteil einer Gruppe, sondern nur anwesend, um sie optisch etwas zu füllen und sofort wieder abwesend, wenn das Thema in eine für ihn unangenehme Richtung schlägt.

3) Der Spassvogel

Er hat zu allem und jeden einen belustigenden Kommentar parat. Dabei nimmt er allerdings auch bei Beleidigungen kein Blatt vor den Mund - ein Spass ist für ihn ein Spass, auch wenn er auf die Kosten anderer geht. Unter Kindern reicht das Repertoire des Spassvogels von jugendfreien Witzen über komische Geräusche bis zu spontanen Witzen über andere Klassenkameraden.

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Im Erwachsenenalter muss der Spassvogel schon mehr bieten, Witze über den Chef sind zwar spassig aber auch riskant, komödiantische Flashbacks aus der eigenen oder der Kindheit eines Comedians sind da schon ungefährlicher. Der Spassvogel einer WWW-Communitiy hat es dabei am schwersten - Links zu spassigen Filmchen und Bildern (die aber niemanden beleidigen dürfen, denn Forenbesucher sind schnell eingeschnappt), sowie mit vielen Smileys versehen Beiträge gehören ebenso dazu, wie ein gewisses Maß an unterhaltsamer Selbstkritik.

4) Der Mitläufer

Die Plätze eine Gruppe, die nicht an die fünf anderen Charaktere vergeben sind, werden mit den Mitläufern gefüllt... sie sind einfach nur "Platzhalter", wie Schafe folgen sie dem Anführer und sind stets seiner Meinung. Über die Witze des Spassvogels lachen sie, auf dem armen Schwein (siehe unten) hacken sie leidenschaftlich gerne herum und den Beobachter lassen sie mehr oder weniger friedlich passieren...

5) Das "Arme Schwein"
Ja... auch diesen Charakter muss es - zu meinem Bedauern - immer wieder in einer Gruppe geben, auch wenn er sich nicht gleich zu Beginn einer solchen Formierung herauskristallisiert. Er ist das Ziel aller bösen Späße, der, über den ständig gelästert und hergezogen wird, obwohl der Grund dafür schon lange im Nebel der Vergessenheit schlummert. "Ja, der hat früher mal ...*nuschel*" - ist meist Begründung genug. In der Schule ist er derjenige, neben dem niemand sitzen will, mit dem kaum jemand redet und der - egal, was er auch tut - immer genau das Falsche macht! Am Arbeitsplatz hat er immer genau die falsche Kleidung an, sitz stets gerade am falschen Schreibtisch und bestellt auch das unmöglichste in der Kantine.

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Und in den Tiefen des World Wide Web ist es noch einfacher über das "Arme Schwein" herzuziehen - schließlich sind wir alle anonym, Sie kennen mich nicht, ich kenne Sie nicht und Beleidigungen kommen einem da viel schneller über die Zunge - verzeihung: das Keyboard - als im echten Leben. Warum eine Person der Gruppe immer und in jeder Schicht das "Arme Schwein" sein muss, ist mir bis heute ein Rätsel... es hängt wohl mit der vermeintlichen Steigerung des eigenen Selbstwertgefühls bei gleichzeitiger Verminderung eines anderen zusammen...
von snuuuke
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Freitag, 23. november 2007
Piraten! Diese reulosen Gauner begeistern nicht nur die Herzen weiblicher Kinogängerinnen, die Johnny Depp und Orlando Bloom schön geschminkt und zurechtgemacht über die Leinwand flimmern sehen, sondern auch erwachsene Männer und Jungen, die gerade alt genug sind, ihre ersten Geschichten von den Schrecken der sieben Meere vorgelesen zu bekommen.

In Kinderbüchern werden noch keine Schädel gespalten oder Folterwerkzeuge benutzt, die Körperteile an Stellen bewegen können, die weit von ihrem vorgesehen Ort entfernt sind. Auch nicht von den brutalen Raubzügen, den Frauenschändungen und dem Niederbrennen ganzer Ortschaften, die für immer von der Landkarte verschwunden sind.

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Später findet man dann all dies heraus, in Dokumentationen, Zeitschriften oder Büchern für Erwachsene. Und trotz allem, trotz der Tatsache, dass Piraten nicht stets wohlriechend und mit gebügelten Hemden auf mysteriösen Schiffen herumgelaufen sind, trotz dass sie alle Menschen ausser Ihresgleichen verabscheut und seelisch sowie materiell ausgebeutet haben, üben die verschwizten, fluchenden Seemänner nach wie vor einen großen Reiz aus.

Denn Piraten verkörpern all dies, was sich Menschen in einem auch nur halbwegs angesehen Status der Gesellschaft nicht erlauben dürfen: Piraten fluchen, müssen sich nicht waschen, können Kleidungen tragen, wie sie wollen (oder auch gar keine), Piraten nehmen sich einfach, was sie wollen (seien es Gold, Schiffe, Essen oder Frauen), ohne groß zu fragen, Piraten sind zwar selten allein unterwegs, aber in gewisser Weise doch immer für sich. Kurzum - Piraten sind frei! Egozentrisch widersetzen sie sich vehement aller gesellschaftlichen und gesetzlichen Normen, denen sie als Bewohner dieser Welt eigentlich unterliegen, und schneiden sich vom Kuchen des Lebens immer das größte Stück ab - wenn sie nicht gleich den ganzen Kuchen nehmen und dem Bäcker die Kehle durchschneiden...

Doch glauben Sie mir, irgendwann hat jeder Pirat einmal die Nase voll, spätestens dann, wenn er alles Gold geraubt, alle Städte niedergebrannt und alle Frauen geliebt hat, wird er sich nach einem sesshaften Leben mit einer keuschen Frau und wohlerzogenen, moralischen Kindern wünschen. Und wer weiss, vielleicht kann er sich dann sogar mit warmem Wasser und Seife anfreunden...
von snuuuke
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Donnerstag, 22. november 2007
Wussten Sie, dass ein gewisser Schnellimbiss, dessen Logo wie ein goldenes "M" anmutet, seine warmen Speisen schon zehn Minuten nach ihrer Fertigstellung wegwerfen muss, wenn sie bis dahin noch nicht verkauft wurden? Wie bitte? Sie meinen, das "Fast Food" ist dann doch nicht so schnell ungeniesbar? Natürlich nicht! Aber darum geht es auch nicht, sondern um die Frische... Und wussten Sie weiterhin, dass Sie die meisten Waren hinter der Glasvitrine einer Fleischtheke, die zu Ladenschluss noch nicht an Kunden weitergegeben wurden, am nächsten Tag nicht wiedersehen? Es könnte sich ja ein Gefühl von Un-Frische einschleichen... Wussten Sie letztendlich, dass viele Menschen - sogar im Wirtschaftswunderland Deutschland - so arm sind, dass sie ohne zu Zögern selbst einen Tag nach dem frankierten Ablaufdatum Nahrung zu sich nehmen würden, wenn sie dafür nur weniger als üblich bezahlen müssten?

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Während Andere um jeden Bissen dankbar sind, versteifen wir uns geradzu in einem Frischewahn. Alles muss frisch sein, frischer als frisch, ja am besten noch unverarbeitet! Schriftzüge wie "10 frische Eier" oder "frische Landmilch" bewirken dabei kaum mehr etwas - solange wir die Kuh nicht selbst melken und das Ei nicht direkt aus dem Hinterteil des Huhns zerren, kann niemand, aber auch wirklich niemand, für echte Frische garantieren! Darum würden wir auch lieber dreißig Kilometer mit dem Auto zum nächsten Bio-Bauern fahren, bevor wir "frische Landkartoffeln" im Supermarkt kaufen. Dass bei den Feinstaub- und Abgasemissionen zwar die Luft nicht "frisch" bleibt, stört uns wenig, hauptsache wir vergiften unseren Körper nicht mit Nahrungsmitteln, die zeitlich länger als eine Stunde von echter Frische entfernt liegen.

Darum bitte auch immer direkt zum Bio-Metzgern gehen, der zudem ein Zertifikat für tierfreundliche Schlachtung und Zerstückelung erworben hat, und lieber das Doppelte zahlen, als im Supermarkt - die Mehrausgabe kann dann wiederum bei sozialen Spenden eingespart werden... Natürlich kann man auch das Huhn direkt daheim schlachten... erst den Hals umdrehen, dann langsam ausbluten lassen, dann rupfen und... wie? Ach so... das ist wieder eklig... Oder einen Bauernhof eröffnen, mit allem drum und dran - Kartoffeln, Hühner, Kühe, einen Schweinestall... bitte? Ah, das ist wieder zu viel Arbeit...
von snuuuke
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Mittwoch, 21. november 2007
Vor einigen Jahren verband man mit dem Begriff "Animationsfilm" maximal zehn Minuten dauernde Minifilme, die auf kuriosen Internetseiten und Foren (YouTube gab es ja noch nicht) kursierten. Dann entdeckten kinderfreundliche Filmstudios wie Disney/Pixar die neue Art des Filmemachens für sich, da sie ermöglichte, ansonsten eher furchteinflößende Tiere wir Grizzlybären in kuschelweiche Knuddeltierchen mit einer menschengleichen Mimik zu verwandeln.

Die jahre vergingen und immer weitere  Filme mit immer süßeren animierten Tiere fanden ihren Weg auf die großen Kinoleinwände. Natürlich war es nur eine Frage der Zeit, bis sich die Animationskünstler auch an ihre ersten animierten Menschen wagten. Zugegeben, die ersten Versuche sahen noch nicht sehr realistisch aus, die Figuren bewegten sich steif, ihre Mimik war noch lange nicht so ausgeprägt wie in einem Gesicht aus Fleisch und Blut und ihre Haare wirken wie eine schlecht aufgeklebte Perrücke.

Doch dank moderner Technik  und grenzenloser Kreativität der 3D-Grafiker kommen wir mittlerweile in den Genuß eines kompletten Spielfilms mit perfekten Menschen - aber ohne echte Schauspieler! Die Angst, echte Schauspieler würden nun arbeitslos ist absolut unbegründet, schließlich werden zum einfangen von animierten Bewegungen ein Verfahren namens Motion Capturing und - ta-da! - echte Menschen benötigt, die ihren Polygon-Klonen die entsprechenden Bewegungen vormachen. 

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Auch oft bemängelt wird die Tatsache, dass die Menschen "nicht echt" wären... Aber seien wir doch einmal ehrlich: Wie echt ist ein Brad Pitt, dessen extravagantes natürliches Erscheinugnsbild durch Make-Up und Beleuchtung noch perfektioniert wurde und der für gefährliche - oder auch nur nackte - Filmszenen von einem  Stuntman gedoubelt wird? Filmstars sind schon lange nicht mehr "echte Menschen", sie sind viel zu perfekt, müssen ihren Körper wie ein Heiligtum pflegen, um immer perfekt auszusehen.

Aus diesem Grund sind animierte Menschen auch überhaupt erst entstanden - wir wollen Perfektion auf der Leinwand! Filme sollen uns in eine Welt entführen, die  komödiantischer, romantischer, aktionreicher, spannender, gruseliger - kurz besser als das reale Leben sind. Ein Peter Jedermann hat im Film ebensowenig zu suchen, wie alte Schlabber-T-Shirts, Hautunreinheiten oder der ganz normale Alltag. ..
von snuuuke
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Montag, 19. november 2007
Zeitgleich mit der Einführung des World Wide Web in private Haushalte entdeckten fanatische Emailschreiber und Chatraumbesucher eine ungeheure Flut an "Emoticons", hierzulande auch Smilies genannt. Der Gedanke: Sonderzeichen, die sonst unbenutzt wertvollen Platz auf der Tastatur verbauchen, werden in einfache, menschliche Emotionen verwandelt. Mit ein wenig Kreativität und einem um 90 Grad nach links geneigtem Kopf sollte in den meisten Fällen leicht erkannt werden, was der Betreffende darstellen möchte.

:-)
Ist zum Beispiel - ganz klar - ein lächelnder Typ. Erst die Augen, dann die kleine Nase und eine Klammer für den grinsenden Mund.

:-(
Dies ist das Gegenteil zum erstgenannten - ein trauriges Smiley. Deutlich durch die andersherum geöffnete Klammer.

:-D
Und dies ist jemand, der breit lacht, zum Beispiel über einen besonders amüsanten Witz.

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Auf der anderen Seite der Erdkugel, nämlich in Japan, entwickelte sich eine ganz neue Art von Emoticons, so genannte "Emojis", und da in Nippon alles komfortabler ist, müssen sich die Asiaten auch nicht den verrenken, um ihre Emoticons zu lesen.

(^_^)
ist das Äquivalent zu unserem :-)

(-.-)
bezeichnet hingegen einen genervten Zeitgenossen.


Tja, das war ja noch ganz einfach. Wie gesagt, mit einer eventuellen Schräglage und einem Minimun an Phantasie lassen sich Emoticons recht einfach entschlüsseln. Doch die Kreativität schreibfauler Chatter und Emailer kennt keine Grenzen! Und wenn ein ":-)" ein "das war lustig" oder "ich bin amüsiert" ersetzen kann, wieso sollte man dann nicht sämtliche Lebenslagen in Emoticons ausdrücken können?

[:-)
Deutet zum Beispiel an, dass der Betreffende gerade Musik hört,
:-Q
Bezeichnet den Tipper als einen Raucher und mit
:-#
wird gezeigt, dass es sich um einen Zahnspangenträger handelt.

Hier ist schon etwas mehr Gespür gefragt, um die seltsamen Zeichen wirklich einer passenden Mimik zuzuordnen. Aber wenn Sie meinen, dass war bereits schwer, versuchen Sie sich mal einen Menschen vorzustellen, der allein mit seinen natürlich gegebenen Gesichtszügen dieses Emoticons zum Ausdruck bringt:

:S (...verwirrt)
:-> (...sarkastisch)
:-x (... ein Kuss)

Oder mein absoluter Favorit:

XD (... sehr amüsiert)

Vielleicht finden Sie ja noch weitere lustige Smilies oder erfinden sogar ein neues: Zeigen Sie es uns doch in einem Kommentar!
von snuuuke
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Sonntag, 18. november 2007
Also, ich persönlich hasse ja arrogante Menschen...

Immer denken Sie, etwas besseres zu sein. Dabei haben die meisten arroganten Menschen nichtmal ein eigenes Weblog! Ich meine, nicht jeder kann dabei gleich so amüsant, einfallsreich und publikumsnah wie ich sein, keine Frage - dazu braucht es schon jede Menge Talent! ... das den meisten ja fehlt...

Jedenfalls ist Arroganz wirklich etwas furchtbares. Die Nase so hoch tragen, dass man beim Durchschreiten einer Tür in die Knie gehen muss... also wirklich... ich habe es ja nicht nötig, so aufgeblasen daherzukommen. Bei meinem überragenden Intellekt - was soll ich es da jedem auf die Nase binden, dass ich bei jedem IQ-Test den Höchstwert erreiche, bei Quizshows stets die richtige Antwort weiss (auch bei der Millionenfrage wohlgemerkt!) und schon als kleines Mädchen bei zahlreichen Wettbewerbe mit dem ersten Preis nach Hause kam... nein, also das habe ich nicht nötig...

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Aber zurück zu arroganten Leuten. Da reagiere ich ja wirklich allergisch. Einmal in ihrem Leben schaffen sie etwas Überdurchschnittliches und posaunen es dann energischer als die Engel des Jüngsten Gerichts in die Welt heraus. Ich erinnere meine Freunde lediglich bei unseren regulären Treffen einmal im Monat an meine Leistungen. An alle. Es soll sie ja motivieren, auch etwas aus sich zu machen! Ich sehe mich da als Vorbild... wer wäre dafür schon besser geeignet, als ich?

Arroganz! Das kann ich nun wirklich nicht leiden.
von snuuuke
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Samstag, 17. november 2007
Sich mit anderen zu messen liegt in der Natur des Menschen. Und natürlich will jeder sein Können so oft es geht unter Beweis stellen und so zum Besten in seiner Disziplin aufragen.

Der wohl bekannteste Wettstreit dieser Art sind die Olympischen Spiele - höher, schneller, weiter, stärker, eingeölter, muskulöser... obwohl sich das Motto im laufe der Jahrhunderte eher auf "am wenigsten Steroide", höchster Marketingwert und "bestes Auftreten unter enormem Leistungsdruck" geändert hat. Und als ob der Vergleich mit anderen Sportlern nicht schon Belohnung genug wäre, winken dem Besten der Besten auch Urkunden, Medaillen und Pokale um ihre Leistungen zu verewigen.

Doch auch Menschen, deren körperliche Eigenschaften sich nicht für eine Karriere als Profisportler eignen, wollen sich mit gleichgesinnten messen. Und so ist es nicht weiter verwunderlich, dass die E-Sports gegründet wurden, bei denen Teilnehmer nur ihr Reaktionsvermögen und die Finger trainieren müssen. Von allseits bekannten Videospiel-Klassikern wie "Tetris"  über das taktische "Counter Strike" ist für jeden Geschmack ein passendes Games dabei. Die einzige Bedingung, um beim elektronischen Sport erfolgreich zu sein ist zum einen viel freie Zeit zum spielen und zum anderen ein prägnanter, wenn auch nicht zwangsläufig auf den ersten Blick lesbarer Spitzname, der vorzugsweise gleichermaßen aus Zahlen und Buchstaben besteht. "N00bk1ll3r" ist für den Anfang genau richtig.

E-Sport Turnier

(Anmerkung: der Spitzname N00bk1ll3r wurde von mir für diesen Text frei erfunden.)


Die E-Sport Preise reichen von Ruhm und Ehre in Kreisen der Videospieler bis hin zu einigen Tausend Euro - lohnenswert also, wenn man lieber zehn Finger, zwei Augen und einige Hirn- und Nervenstränge bis zum Äußersten beansprucht, als gleich den ganzen Körper. Und noch ein Vorteil: Man bekommt seine Kontrahenten so gut wie nie persönlich zu Gesicht.

Doch der Drang in etwas, irgendetwas seine Mitmenschen zu überragen ist so stark, dass Menschheit im Laufe der Jahre noch viel skurillere Wettbewerbe erfunden hat: Da wären z.B. die in den USA schon seit Jahren sehr beliebten und allmählich auch in europäischen Landen Fuß fassenden "Fresswettbewerbe".  Ziel dieser Veranstaltungen - vom Namen unschwer abzuleiten - ist es, möglichst große Mengen einer bestimmten (meist ungesunden) Nahrungssorte in einer gewissen Zeitspanne zu essen. Der Teilnehmer, der dann am meisten Hamburger, Currywürste, Chilischoten oder Katzenfutterdosen in seinen Verdauungstrakt zwängen konnte, hat gewonnen. Die Voraussetzungen, um hier einen Titel und Preisgeld mit nach Hause zu nehmen, sind eigentlich jedermann gegeben: Kauen, schlucken und verdauen. Die natürlich vorhandenen Ressourcen müssen nur ein wenig trainiert und ausgeweitet werden und so kann sich nahezu jeder in diesem Wettkampf messen.

Sie wollen Ihr Können auch unter Beweis stellen, sind aber kein großer Esser? Kein Problem, denn sicher können Sie eine Vielzahl unhöflicher Körpergeräusche von sich geben,
denn auch hierfür gibt es einen Wettbewerb. Nicht das Richtige? Na schön... wie wäre es mit einem Strickwettkampf? Der nach dreißig Minuten längste Schal gewinnt... Grimassen schneiden? Haben Sie einen hässlichen Hund zu Hause? Können Sie besonders lang die Luft anhalten?

dog.jpg Der hässlichste Hund der Welt

Sie meinen, Sie könnten gar nichts? Auch gut - und schon können Sie selbst eine kleine Olympiade aufbauen. Werben Sie Kandidaten an, schaffen Sie Werbeplätze und kaufen Sie von dem eingenommenen Geld einige billige Pokal-Imitationen - das Wechselgeld dürfen Sie natürlich behalten. Und schon kanns losgehen: Wer kann am längsten nichts tun?

... oder schreiben Sie doch auch einen Blog, und versuchen Sie, besser als ich zu sein!
von snuuuke
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Freitag, 16. november 2007
Ist das nicht schön? Ich schlendere gemächlich an der Hafenpromenade Monaccos entlang und nur wenige Meter entfernt schwimmen mit glucksenden Geräuschen auf Hochglanz polierte Boote auf der spiegelglatten Wasseroberfläche. Boote...? Nein... nicht ganz... es sind einige der teuersten Yachten der Welt, deren Innenausstattung allein mehr kostet als ein Einfamilienhaus. Mit großzügigem Garten. In schöner Lage. Mit den besten Verkehrsanbindungen und einem kleinen Pool.

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Nach einigen weiteren Metern auf dem Hafensteg kommt mir ein Wachmann entgegen. An einer dicken Lederleine führt er einen - zweifelsfrei perfekt abgerichteten - deutschen Schäferhund und an seinem Gürtel erkenne ich ein Halfter mit einer Pistole. Er grüßt mich, wenn auch freundlich, so doch mit einem abschätzenden Blick, ob es meine Absicht ist, eins der teuren zu Boote entwenden oder zumindest zu beschädigen.

Wiederum ein paar Schritte weiter entdecke ich ein Pärchen, das im Gegensatz zu mir kein in Folie eingeschweißtes Papier um den Hals benötigt, um sich auf der Hafenpromenade aufhalten zu dürfen. Die zahlreichen Goldringe und die Kette mit funkelnden Brillanten um den Hals der Dame, sowie die teuren Designerkleidungsstücke sind Berechtigung genug... Der überzüchtete, toupierte Rassehund, der vor künstlichen harndranghemmenden und Schutzbedürftigkeits-Genen kaum noch laufen kann, ist nur ein teures Extra, auf das auch hätte verzichtet werden können. Als ich einen Blick durch das getönte - aber gerade offene - Fenster der Yacht werfen, entdecke ich feinsten gekühlten Kaviar und eine flasche Wein, dessen Trauben noch Nachkriegssonne gekostet haben.

Ach ja, der schöne Luxus... was tut man nicht alles, um sich etwas zu gönnen... oder ist es doch nur Angeberei?

Vor meinem Fenster fährt gerade eine Limousine vorbei. Stretch. Mit einer vergoldeten Figur - aus der Entfernung kann ich nicht ausmachen, was sie darstellen soll - auf der Kühlerhaube. Schon merkwürdig... ich habe es immer als Luxus empfunden, bequem auf einem Roller zu sitzen und nur mit einer kleinen Handbewegung rasante Geschwindigkeiten zu erreichen... ohne Laufen, ohne Treten...

Ich genieße es, mir eine Tafel Schokolade zu leisten und sie genüßlich auf der Zunge zergehen zu lassen, am besten noch in der Badewanne. Ohne Whirpool, ohne teure Badesalze, ohne Schickschnack. Simplen Luxus nenne ich das. Denn Luxus besteht nicht aus Vorzeigen und Teuer... Luxus ist, was man selbst daraus macht. Einfach mal einen Tag frei nehmen - das ist schon Luxus! Sich mal Sushi kaufen, statt dem Seelachsfilet. Einen ganzen Tag nur in Pyjama und Morgenmantel verbringen. Oder einen eigenen Blog haben, in dem hunderte von Leuten tagtäglich lesen können... das ist auch Luxus.
von snuuuke
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Donnerstag, 15. november 2007
Bestimmt kennen Sie Superhelden... wahrscheinlich nicht im realen Leben, aber die vielen ausgedachten Übermenschen, die uns vor Naturkatastrophen, Maschinenfehlern und brutalen Super-Schurken retten - zumindest in der Phantasie. Zahlreiche Charaktere und waghalsige Geschichten über ihre Kräfte entstanden so über Jahrzehnte hinweg in den Köpfen von Comiczeichnern und Drehbuchschreibern...

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Superman beispielsweise, der allseits beliebte muskulöse Mann von einem anderen Planeten, der zwar eine angeborene Allergie gegen Kryptonit, dafür aber eine besondere Verwandlungsgabe besitzt: Sobald er seine Haare ein wenig zerzaust und eine Brille aufsetzt, kennt ihn die Welt plötzlich als Clark Kent und niemandem würde auch nur im Traum einfallen, dass der brillige Zausehaar Superman sein könnte - trotz der Tatsache, dass sie sich nie gleichzeitig in einem Raum aufhalten können und dennoch beste Freunde sind (wie bei allen Superhelden). Superman ist sozusagen das Allround-Talent unter den Superhelden - er ist schnell, kräftig, wasserabweisend und kann sogar fliegen!

Ein Oldtimer der Marvel-Kreativitätsschmiede ist der erstaunliche Spiderman: Nachdem er von einer genetisch mutierten Spinne gebissen wurde, verfügt er nun über die Fähigkeit, an Wänden entlangzukrabbeln und Netze zu spinnen. Zudem ist auch er ungalublich stark und widerstandsfähig, allerdings ist Spiderman - im Gegensatz zu Superman - nur in einer einzigen Stadt als Verbrechensjäger tätig. Ein Ganzkörperanzug schützt dabei seine wahre Identität Peter Parker vor neugierigen Blicken.

Ebenso hervorgehoben muss Batman werden, ein düsterer Einzelkämpfer, der im Gegensatz zu den meisten anderen Helden eigentlich über keine besonderen Fähigkeiten verfügt, sieht man von seinem nahezu unerschöpflichem Vermögen und dem eigenen Labor für technisches Kampfspielzeug ab. Durch seine dunkle Vergangenheit und seiner verschlossenen Art könnte man ihn fast schon an der Schwelle zum Antihelden einordnen, jedoch gehört es zu Batmans "Kodex", niemanden umzubringen - nicht einmal einen noch so üblen Bösewicht!

Und neben den wohlbekannten und oft verfilmten Helden oder Teams, wie den Fantastic Four, gibt es noch zahlreiche andere Helden, deren Glanz oft nur bis zu wahren Fans reicht. Thor, der verirrte Donnergott, Ironman, ein extrentrischer Milliardär mit einem Faible für unausgereifte Technik oder Bruce Banner, der nach einem mißlungenem Experiment bei jeder Aufregung zu dem grünen Antihelden Hulk wird...

Doch warum gibt es überhaupt so viele Superhelden? Warum schützen sie uns in unserer Phantasie immer wieder vor Katastrophen, die wir uns in unseren kühnsten Träumen nicht vorstellen hätten können? Ganz einfach, wir brauchen diese Übermenschen mit heroischen Ambitionen, die uns vor Übeln bewahren, die zwar unwahrscheinlich, aber zu schrecklich für unsere menschlichen Beschützer sind. Auch wenn sie nur in einer Stadt wirken, es ist ein gutes Gefühl zu wissen, das Jemand
da ist, der stärker und besser als man selbst ist - nicht so abstrakt wie der Begriff eines Gottes für einige, sondern aus Fleisch und Blut, mit einem meist schicken Kostüm und immer einem Witz auf den Lippen.
von snuuuke
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